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physio-zoechling.at

Dry Needling – ein Impuls für Bewegung

SIMON ZÖCHLING

SEPTEMBER 26

2 MIN. LESEZEIT

Dry Needling

Manchmal ist Bewegung grundsätzlich möglich – fühlt sich aber eingeschränkt, unangenehm oder schlicht nicht frei an. Muskuläre Beschwerden, Schmerzen oder eine eingeschränkte Beweglichkeit können dazu führen, dass wir unseren Körper anders bewegen und bestimmte Belastungen zunehmend vermeiden.

Dry Needling kann in solchen Situationen ein Baustein der physiotherapeutischen Behandlung sein.

Für mich ist es dabei aber nicht die Therapie an sich.

Ich sehe Dry Needling vielmehr als möglichen Funktionsstart: einen gezielten Impuls, um anschließend besser mit Bewegung weiterarbeiten zu können.

1. Was ist Dry Needling?

Beim Dry Needling wird eine sehr dünne sterile Nadel gezielt in ausgewählte Gewebestrukturen eingebracht. Anders als bei einer Injektion wird dabei kein Medikament oder anderer Wirkstoff eingebracht – daher die Bezeichnung „dry“.

Die Methode wird in der Behandlung muskuloskelettaler Beschwerden eingesetzt und kann unter anderem auf Schmerz, Muskelspannung und Beweglichkeit Einfluss nehmen.

Die aktuelle wissenschaftliche Literatur zeigt vor allem mögliche kurzfristige positive Effekte auf Schmerzen. Bei Beweglichkeit und körperlicher Funktion sind die Ergebnisse weniger einheitlich und abhängig vom jeweiligen Beschwerdebild.

Dry Needling ist deshalb für mich kein Wundermittel und ersetzt keine aktive Rehabilitation.

2. Warum biete ich Dry Needling an?

Weil es manchmal sinnvoll sein kann, zuerst ein kleines Fenster für Bewegung zu öffnen.

Wenn beispielsweise eine Bewegung durch Schmerzen oder muskuläre Einschränkungen deutlich limitiert ist, kann Dry Needling als ergänzende Maßnahme eingesetzt werden, um unmittelbar danach erneut zu überprüfen:

Hat sich etwas verändert?

Bewegt sich ein Gelenk freier?
Fühlt sich eine Bewegung angenehmer an?
Kann ein Muskel bei einer Übung besser eingesetzt werden?

Wenn wir dadurch eine Veränderung erreichen, möchte ich dieses neu gewonnene Bewegungsfenster direkt nutzen.

Denn genau dort beginnt für mich der entscheidende Teil der Therapie: Bewegung.

3. Vom Needling in die aktive Therapie

Dry Needling sollte aus meiner Sicht nicht isoliert betrachtet werden.

Nach der Anwendung folgt deshalb die aktive Arbeit. Die betroffene Bewegung wird erneut getestet und das Gewebe anschließend gezielt belastet. Je nach Ausgangssituation können Mobilität, Kraft, Koordination oder komplexere Bewegungsabläufe im Mittelpunkt stehen.

Aus einem kurzfristigen Effekt soll so ein sinnvoller Einstieg in die weitere Rehabilitation entstehen.

Oder einfacher gesagt:

Dry Needling kann die Tür öffnen – durch Bewegung wollen wir anschließend hindurchgehen.

Simon Zöchling

Spezialisiert auf orthopädische und traumatologische Beschwerden mit Schwerpunkt auf Sportverletzungen.

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